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Stiftung Warentest 11/2010 "Testsieger" erneut Futtersorten aus den Lebensmitteldiscountern.


Die Stiftung Warentest ist völlig frei in Ihrer Entscheidung, welche Produkte getestet werden.

Produkte, die vorwiegend im unabhängigen Fachhandel verkauft werden wurden erneut kaum getestet.

Wieder einmal sind preisgünstige Produkte aus den Lebensmitteldiscountern Testsieger geworden.

Im Testergebnis heißt es: "Viel kosten muss die tägliche Ration auch nicht. Romeo von Aldi und

Orlando von Lidl – beide in der Spitzengruppe – schlagen zum Beispiel mit mageren 18 Cent am Tag

zu Buche." Angesichts des deutlichen Preisvorteils dieser Produkte gegenüber den angestammten

Premium-Marken im Handel ist es nicht verwunderlich, dass sich manche Verbraucher fragen,

warum sie noch Premium-Produkte aus dem Fachhandel verwenden sollen,

wenn sie auch extrem preisgünstige Produkte mit dem Siegel

"Ernährungsphysiologische Qualität: sehr gut" im Lebensmitteldiscounter einkaufen können.

Was wurde getestet?

Auch dieser Test basiert allein auf der analytischen Prüfung des Futters und der Beurteilung der Deklaration.
Das Ergebnis setzt sich aus folgenden Einzelkriterien zusammen:

- Ernährungsphysiologische Qualität;  Gewichtung: 65%

Der analytisch ermittelte Gehalt des Futters an Mineralstoffen (Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium,

Natrium) Spurenelementen (Zink, Kupfer, Eisen, Selen),  Vitaminen (Vitamin A u. E), ungesättigten Fettsäuren,

Protein und Energie wurde mit dem Bedarf eines 15 kg schweren, wenig aktiven Hundes verglichen. Basis für

die Beurteilung des Bedarfes sind wissenschaftliche Versorgungsempfehlungen für Hunde (NRC 2006).

- Schadstofffreiheit; Gewichtung: 0% (da generell keine Beanstandung)
- Schwermetallgehalte, Schimmelpilzgifte
- Mikrobiologische Qualität; Gewichtung: 10 %
- aerobe Keime
- Deklaration; Gewichtung: 25 %

Überprüfung der futtermittelrechtlichen Kennzeichnungsbestimmungen inkl. Überprüfung auf GMO Material.

Bewertung der Fütterungsempfehlungen.

Was sagt das Testergebnis tatsächlich aus?

Für ein mit „sehr gut“ beurteiltes Produkt gelten aufgrund der getesteten Kriterien folgende Aussagen:

- Die analytisch ermittelten Nährstoffgehalte im Futter sind ausgewogen und decken den

„Mindestbedarf“ eines wenig aktiven Hundes ab.
- Das Produkt enthält keine nennenswerten Mengen an Schwermetallen oder Schimmelpilzen
- Das Produkt weist keine erhöhten Keimzahlen auf 
- Das Produkt entspricht den futtermittelrechtlichen Kennzeichnungsbestimmungen

War es nun wirklich überraschend, dass auch extrem preiswerte Produkte von Aldi, Lidl, Norma oder

Fressnapf diese Testkriterien „sehr gut“ erfüllen? Die meisten Verbraucher wissen doch heute,

dass gerade die Discounter größten Wert darauf  legen, dass die Produkte den gesetzlichen

Mindestanforderungen entsprechen.
 
Dennoch hat derjenige Verbraucher, der sich um die gute, gesunde Ernährung seines Hundes wirklich

Gedanken macht, auch nach Veröffentlichung des letzten „Warentests 2006“, bei dem bereits

Discounter-Futter mit „sehr gut“ bewertet wurden, weiterhin hochwertige Premium-Produkte

im Fachhandel gekauft. Warum eigentlich? Weil diese Produkte Ihm Produktvorteile geboten haben,

die bei der Stiftung Warentest gar nicht Gegenstand der Prüfung waren.

Worüber sagt das Testergebnis nichts aus?

Auch das Ergebnis des  aktuellen Testes lässt auf Grund der fehlenden entsprechenden Überprüfung /

Bewertung keinerlei Aussagen zu vielen, wichtigen Qualitätskriterien von hochwertiger Premiumnahrung zu:

Verwertung (Verdaulichkeit) des Futters bzw. der enthaltenen Nährstoffe.


Bei dem Test wurden keinerlei biologische Überprüfungen des Futters am Hund vorgenommen.

D.h. es wurde auch nicht erfasst, wie gut die enthaltenen Nährstoffe überhaupt vom Tier verwertet werden.

Es macht schon einen erheblichen Unterschied für die Qualität eines Futtermittels, ob man den Nährstoff

Protein z.B. in Form von Federmehl oder als hochwertiges Geflügelfleisch liefert!

Zusammensetzung des Futters

Bei der Bewertung des Futters wurde nicht  berücksichtigt, ob die deklarierte Zusammensetzung des Futters

die Art und Qualität der verwendeten Rohstoffe erkennen lässt. Produkte mit einer Gruppendeklaration

(z.B. FROLIC: Pflanzliche Nebenerzeugnisse; Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse; Getreide; Öle und

Fette; Gemüse; Mineralstoffe; Milch und Molkereierzeugnisse; Zucker; Fischnebenerzeugnisse) wurden nicht

anders bewertet, als Produkte mit einer hochwertigen Einzeldeklaration der enthaltenen Rohstoffe.

Zusatzstoffe des Futters

Inwieweit künstliche Farb-, Geschmacks-, Konservierungsstoffe  oder

Antioxidantien verwendet wurden, war nicht Gegenstand des Tests.
Wenn man bedenkt, dass die im April/Mai 2010 gekauften Testprodukte zum Beispiel Mindesthaltbarkeiten

aufwiesen, die bis Oktober 2011 (Aldi Romeo) oder sogar bis 11.3.2012 (Lidl Orlando) liefen, darf

bezweifelt werden, ob dies ohne Konservierungsstoffe und künstliche Antioxidantien möglich ist...!

Qualität des Futters im Hinblick auf langfristige Gesundheit und Vitalität des Hundes

Zusätze von sinnvollen Nutriceuticals, die zwar in den wissenschaftlichen Versorgungsempfehlungen nicht

gefordert werden, aber für eine langfristige Gesundheit und Vitalität des Hundes sehr hilfreich sind,

wurden im Test nicht berücksichtigt. Beispiele hierfür sind Immunstimulantien oder natürlicher Zellschutz.

Umfangreiche Vitaminversorgung; Aminosäurenversorgung

Wichtige Nährstoffe für die Qualität eines Futters sind auch die B-Vitamine oder Biotin

(Fellqualität & Hautgesundheit!). Diese Vitamine wurden, ebenso wie die Gehalte an essentiellen

Aminosäuren (= Maßstab für die biologische Wertigkeit des Eiweißes!), nicht geprüft.    

Insofern haben alle Argumente für den Fachhändler, die bisher für den Einsatz eines qualitativ

hochwertig zusammengesetzten Futters gesprochen haben, weiterhin uneingeschränkt ihre Bedeutung.

Der verantwortungsbewusste Hundehalter, der von einem Futter mehr verlangt, als dass der

Mindestbedarf an Nährstoffen abgedeckt wird und die gesetzlichen Vorschriften bei der

Deklaration eingehalten werden, wird auch weiterhin für diese Argumente zugänglich sein

und sich nicht allein auf ein "sehr gut" bei Stiftung Warentest verlassen.

Dies soll nicht heißen, dass die von Stiftung Warentest geprüften Kriterien unwichtig sind.

Natürlich sollten Futtermittel, die sich Alleinfutter nennen, die Mindestnormen erfüllen.

Die Aussagekraft von reinen Laboranalysen, wie sie von der Stiftung Warentest durchgeführt wurden,

ist für den tatsächlichen "Futterwert" des Produktes allerdings nur eingeschränkt aussagefähig.

Letztlich lässt sich die "wirkliche Qualität" von Futtermitteln nur am Tier selbst beurteilen!

 

 

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